Flatcoated Retriever

Die Geschichte der Rasse

Der Flatcoated Retriever wurde um das Jahr 1850 zum ersten Mal gezüchtet und war um die Jahrhundertwende der beliebteste Apportierhund in England, besonders bei den dortigen Wildhütern.

Der Ursprung der Rasse geht auf den gemeinsamen Stammvater aller Retrieverahnen, den "Saint John´s Dog" zurück. Dieser kleine Neufundländer war ein kräftiger, ausdauernder Schwimmer und wurde von Seeleuten etwa Mitte des 18. Jahrhunderts nach England gebracht und vermutlich mit Setter, Sheepdog und Water-Spaniel gekreuzt.

Seit 1980 wird der Flat auch in Deutschland gezüchtet. Im Deutschen Retriever Club (DRC) beheimatet, konnte ihm die Kombination von Schönheit und Leistung erhalten werden.

Der Flatcoated Retriever ist ein passionierter Jagdhund, ehemals gezüchtet für die Arbeit nach dem Schuss.

Er ist ein sehr guter Apporteur mit einem unermüdlichen Finderwillen. Er sucht sehr gut unter der Flinte, arbeitet aber auch hervorragend selbstständig seinem Führer zu. Er ist kein Vorsteher, trotzdem zeigt er seinem kundigen Besitzer das Wild an. Seine Wasserfreude macht ihn zu einem ausgezeichneten Entenjäger. Durch seine rassetypische Weichmäuligkeit ist er auf Niederwildjagden gern gesehen. Bei Nachsuchen auf Schalenwild leistet er exzellente Arbeit, sollte allerdings eher für Totsuchen verwendet werden. Er jagt nicht laut, besitzt aber oft eine ausreichende Wildschärfe.

Unter dem Strich ist er eine Alternative für alle Jäger, die zusätzlich einen Hund möchten, mit dem sie außerhalb der Jagdsaison gut und stressfrei zusammenleben können. Von dieser Rasse profitiert die ganze Familie, denn ihre Fähigkeiten und Anpassungsbereitschaft beschränken sich nicht nur auf die eines Jagdgehilfen.

Eine weitere Möglichkeit den Flatcoated Retriever artgerecht zu beschäftigen, ist die Dummyarbeit. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf dem Apportieren. Als Wildersatz wird ein Dummy benutzt, das ist ein weiches Apportel, das ursprünglich aus England kommt.

Dem Hund werden die unterschiedlichsten Apportieraufgaben unter den verschiedensten Geländebedingungen, zu Lande und zu Wasser gestellt. Deren Lösung erfordert ein Höchstmaß an geistiger und körperlicher Fitness und ist genau das Richtige für den Flat. Im Deutschen Retriever Club werden die Hunde gezielt in gemeinsamen Übungsgruppen dafür trainiert, und es gibt viele Dummyprüfungen für alle Ausbildungsstufen im In- und Ausland.

Einige Retriever werden auch in anderen Sparten eingesetzt. Besonders geeignet ist die Rettungshundearbeit, oder auch Obedience und Agility.

 

Aussehen

Der Flat-Coated Retriever ist mittelgroß, hat ca. 56 bis 61 cm Schulterhöhe, kräftige Knochen und ist von ansprechender Eleganz. Sein Gewicht beträgt ca. 25 bis 35 kg. Er soll weder schwerfällig noch übertrieben schlank wirken. Das Fell ist mittellang und meist glatt anliegend, leichte Wellen kommen vor und werden akzeptiert. Die Farbe ist schwarz, selten auch leberbraun. Der schlanke Kopf hat nur einen leichten Stop in Augenhöhe. Die Augen sind mittelgroß, dunkel bis haselnussbraun, mit einem intelligenten Ausdruck. Der Flat hat eine breite und tiefe Brust. Die muskulöse Hinterhand ist gut gewinkelt mit tief angesetztem Sprunggelenk. Die Rute ist gut behaart und wedelt fast immer. Das dichte, seidige Fell hat gute Unterwolle und bedarf relativ wenig Pflege.

Charakter

Der Flat-Coated Retriever ist ein aktiver Hund, der Beschäftigung liebt und gerne etwas lernen möchte. Er ist lebhaft bis temperamentvoll, ohne hektisch zu sein. Ein sicheres und freundliches Wesen zeichnet ihn aus. Er ist kinderlieb und passt sich gut in die verschiedensten "Menschenrudel" ein. Voraussetzungen hierfür sind Liebe zum Hund und die Zeit für diesen. Im Zusammenleben mit seinen Menschen ist er sehr daran interessiert, ihnen zu gefallen. Die Engländer nennen diese Eigenschaft "will to please".

Wasser ist seine große Leidenschaft. Das kann man wörtlich nehmen, als Junghund macht er selbst um Matschpfützen keinen Bogen. Er sollte ausgiebig Möglichkeit zum Schwimmen bekommen.

 

Der Internationale Rassestandard


FCI - Standard Nr. 121 / 29. 01. 1999 / D

Übersetzung: Uwe H. Fischer.

Ursprung:

Großbritannien

Datum der Publikation des gültigen Original-Standards:

08.09.1988

Verwendung:

Apportierhund zur Flintenjagd.

Klassifikation FCI:

Gruppe 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde.
Sektion 1 Apportierhunde.
Mit Arbeitsprüfung.

Allgemeines Erscheinungsbild:

Ein aufgeweckter, reger Hund von mittlerer Größe mit intelligentem Ausdruck, zeigt Kraft ohne schwerfällig zu wirken, zeigt Rasse ohne dabei schmächtig zu sein.

Verhalten / Charakter (Wesen):

Rundherum aus- gestattet mit den natürlichen Eigenschaften eines Jagdhundes; Optimismus und Freundlichkeit wird durch enthusiastische Rutenbewegung demonstriert. Selbstsicher und freundlich.

Kopf

Oberkopf:

Schädel: Flach bei mittlerer Breite.

Stop: Leichter Stop in Augenhöhe, dabei in keiner Weise betont, so dass eine Konvergenz oder eine Divergenz nicht zu erkennen ist.

Gesichtsschädel:

Nasenschwamm: Von guter Größe, mit gut geöffneten Nasenlöchern.

Kiefer / Zähne: Kiefer lang und kräftig, dadurch imstande Hasen oder Fasanen zu tragen. Mit einem perfekten regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.

Augen: Mittelgroß, dunkelbraun oder haselnussbraun, mit sehr intelligentem Ausdruck (ein rundes, hervorstehendes Auge ist höchst unerwünscht). Nicht schräg eingesetzt.

Behang: Klein und gut angesetzt, dicht seitlich am Kopf getragen.

Hals:

Kopf gut auf dem Hals sitzend, wobei der Hals ziemlich lang und trocken sein muss, symmetrisch und schräg in der Schulter sitzend, dabei gut in den Rücken übergehend, um ein leichtes Suchen der Spur zu ermöglichen.

Körper:

Lenden: Kurz und breit. Eine lange Lendenpartie ist höchst unerwünscht.

Brust: Tief und ziemlich breit mit deutlich ausgeprägtem Brustbein. Die vordere Rippenpartie ist eher flach. Der Körper zeigt einen guten Rippenkorb, der sich erst allmählich wölbt, dann in der Mitte deutlich gewölbt ist und zur Hinterhand in der Wölbung abnimmt.

Rute:

Kurz, gerade und gut angesetzt, fröhlich, jedoch niemals wesentlich über der Rückenlinie getragen.

Gliedmaßen:

Vorderhand:

Vorderläufe gerade, mit Knochen von insgesamt guter Qualität.

Ellenbogen: Sie bewegen sich frei und regelmäßig an der Brust vorbei.

Hinterhand:

Muskulös. Die Hinterläufe sollen im Stand parallel und gerade sein.

Kniegelenke: Nicht übertrieben gewinkelt.

Sprunggelenke: Nicht übertrieben gewinkelt, tief stehend. Kuhhessigkeit höchst unerwünscht.

Pfoten:

Rund und kräftig mit eng aneinanderliegenden und gut aufgeknöchelten Zehen. Ballen dick und kräftig.

Gangwerk:

Frei und fließend, gerade und parallel, sowohl von vorne als auch von hinten gesehen.

Haarkleid:

Haar:

Dicht, von feiner bis mittelstarker Textur und guter Qualität, so glatt wie möglich. Läufe und Rute gut befedert. Eine vollständige Befederung unterstreicht die Eleganz eines erwachsenen guten Hundes.

Farbe:

Nur schwarz oder leberbraun.

Größe:

Erwünschte Widerristhöhe:
Für Rüden: 59 - 61,5 cm (23 - 24 ins.),
Für Hündinnen: 56,5 - 59 cm (22 - 23 ins.).
Erwünschtes Gewicht in guter Kondition:
Für Rüden: 27 - 36 kg (60 - 80 engl. Pfund),
Für Hündinnen: 25 - 32 kg (55 - 70 engl. Pfund).

Fehler:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

N.B.:

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Quelle: Deutscher Retrieverclub e.V. www.drc.de